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St.-Peter-Entwürfe unter Bramante

Bramante (zugeschrieben): UA 104v

Bramante (zugeschrieben): UA 104v

UA 104v

Eine freie Entwurfszeichnung Bramantes aus der Zeit vor Baubeginn in Rötel, die wohl seine ersten Ideen widerspiegelt. Sie zeigt einen Zentralbau mit umfangendem Hofquadrat. Zuschreibung und Datierung der Zeichnung sind umstritten.

Bramante (zugeschrieben): UA 20v (Umzeichnung durch H. von Geymüller)

Bramante (zugeschrieben): UA 20v (Umzeichnung durch H. von Geymüller)

UA 20v

Bramante stellt sich auf UA 20v dem Baugrund mit den alten Fundamenten: Die alte Vierung wird erneut besetzt. Außerdem skizziert er seine Vision der Kuppel.

Bramante (zugeschrieben): UA 20r (sog. Rötelplan)

Bramante (zugeschrieben): UA 20r (sog. Rötelplan)

UA 20r (Rötelplan)

Das wohl bedeutendste Blatt: mit Quadratnetz versehener Grundriss, entwickelt über den Fundamenten Alt-St. Peters und des Nikolaus-Projekts. Das Blatt enthält mehrere Entwurfsphasen: Bramante entwickelt mit dem Nordostpfeiler seinen typischen St.-Peter-Pfeiler (unten rechts). Die übrigen drei Pfeiler und der aus Ihnen entwickelte Gesamtaufbau spiegeln eine Weiterentwicklung wider, die mit dem Blatt UA 8v (siehe unten) in Zusammenhang steht. St. Peter präsentiert sich hier als Kompositbau: eine zentralisierte Hauptpartie mit anschließendem, kurzem Langhaus. Die Frage des Ostabschlusses (Fassade zum Petersplatz) lässt der Zeichner offen.

Bramante: UA 1 (sog. Pergamentplan)

Bramante: UA 1 (sog. Pergamentplan)

UA 1 (Pergamentplan)

Der berühmteste Entwurf: Teilgrundriss in Rötel von hoher künstlerischer Qualität. Hier gibt Bramante wohl den Chorbereich wieder. Strittig ist die Ergänzung des Blattes: Zentral- oder Langhausbau? Der fragmentarische Grundriss erlaubt beides, er ist doppeldeutig und beinhaltet evtl. einen Anachronismus: Bramante fertigt die wohl als Repräsentationszeichnung gedachte Zeichnung an, die von einem Zentralbau abstammt (UA 104v, siehe oben), aber evtl. bereits die auf UA 20r (siehe oben) entwickelte Idee, ein verkürztes Langhaus zu integrieren, beinhaltet.

Giuliano da Sangallo: UA 8r

Giuliano da Sangallo: UA 8r

UA 8r

Zentralbauentwurf von Giuliano da Sangallo, der in das inhaltliche und zeitliche Umfeld des Pergamentplans (siehe oben) gehört. Giulianos Entwurf entwickelt seine Kuppel in Florentiner Tradition über dem Oktogon und zeichnet sich durch eine enorme Festigkeit aus: Gegenüber dem Pergamentplan UA 1 ist das Verhältnis von Mauermasse zu umbautem Raum nahezu umgekehrt.

Bramante (zugeschrieben): UA 8v

Bramante (zugeschrieben): UA 8v

UA 8v

Diskussionsblatt, auf dem Bramante verdeutlicht, was ihm vorschwebt: Der Kern der Zeichnung (die Kuppelpfeiler) ist eine Lichtpause des Recto (Giulianos Zentralbauentwurf UA 8r, siehe oben). Bramante verdeutlicht anhand der skizzierten Grundrisse des Mailänder Doms (unten) und der Mailänder Kirche San Lorenzo (oben) sein Vorhaben, in die zentralisierte Anlage ein Langhaus zu integrieren und dies durch Umgänge zu bewerkstelligen.

Bramante (zugeschrieben): UA 7945r

Bramante (zugeschrieben): UA 7945r

UA 7945r

Detailstudie aus dem Umfeld des Pergamentplans (siehe oben), die auf quadriertem Papier die Pfeiler und diesen vorgestellte Kolossalsäulen thematisiert.

Bramante (zugeschrieben): UA 7945v

Bramante (zugeschrieben): UA 7945v

UA 7945v

Teilgrundriss, der evtl. nach UA 8v (siehe oben) entstanden ist und eine neue, blockhafte Form der Konterpfeiler zeigt.

Baldassare Peruzzi für Bramante (?): Wien, Graphische Sammlung Albertina, SR287, R. 116, Inv. Nr. 237v

Baldassare Peruzzi für Bramante (?): Wien, Graphische Sammlung Albertina, SR287, R. 116, Inv. Nr. 237v

Albertina 237v

Kleine Rötelskizze mit alternativer, breiterer Gestaltung des Langhauses: Wegfall der inneren Konterpfeiler. Links daneben eine Studie für einen Kreuzarm in Feder. Zuschreibung und Datierung der Zeichnung sind umstritten.